Was „Conto pro Diverse“ praktisch bedeutet
Auf einem CpD-Konto werden Vorgänge mit unterschiedlichen Lieferanten gebucht, ohne für jeden einen vollständigen dauerhaften Stammsatz anzulegen. Name, Anschrift, Bankverbindung und weitere erforderliche Angaben werden je nach Prozess im Beleg oder in ergänzenden Einzelfalldaten erfasst.
Das kann bei seltenen Geschäftspartnern Stammdaten reduzieren. Es macht aus mehreren Lieferanten jedoch nicht einen Vertragspartner. Der tatsächliche Händler bleibt Leistungserbringer und Rechnungsaussteller; auch Rückfragen und Ansprüche beziehen sich auf ihn.
Welche Arbeit trotz Sammelkonto bleibt
Das Sammelkonto spart einen dauerhaften Stammsatz, aber nicht die sachliche Prüfung. Der Geschäftspartner muss identifiziert, die Rechnung geprüft und die Zahlung korrekt adressiert werden. Damit ein Vorgang später verständlich bleibt, müssen seine Entstehung und Abwicklung aus den gespeicherten Angaben hervorgehen.
Die §§ 145 und 146 der Abgabenordnung formulieren allgemeine Anforderungen an Nachvollziehbarkeit sowie vollständige, richtige, zeitgerechte und geordnete Aufzeichnungen. Wie ein Unternehmen diese Anforderungen beim CpD-Prozess umsetzt, ist eine Frage seiner konkreten Buchführung, Systeme und Kontrollen.
- tatsächlichen Rechnungsaussteller eindeutig erfassen
- Bankdaten und Änderungen nach interner Vorgabe kontrollieren
- Bestellung, Leistung, Rechnung und Zahlung verknüpfen
- Zugriffe und Freigaben für sensible Einzelfalldaten definieren
Wann ein CpD-Konto passen kann
CpD kann für seltene, niedrig riskante und klar belegte Einzelfälle sinnvoll sein. Voraussetzung ist ein standardisierter Prozess, der die wechselnden Geschäftspartnerdaten vollständig erfasst und kontrolliert. Auch Wertgrenzen und zulässige Vorgangsarten sollten feststehen.
Für wiederkehrende Lieferanten, größere Volumina oder komplexe Vertragsbeziehungen ist ein eigener Stammsatz meist transparenter. Dasselbe gilt, wenn Einkaufsanalysen, Zahlungsbedingungen oder Lieferantenbewertungen dauerhaft auf Geschäftspartnerebene benötigt werden.
CpD-Kreditor und 1-Kreditor-Modell lösen verschiedene Aufgaben
Beim CpD-Konto bündelt die Buchhaltung Stammdaten technisch. Das Unternehmen schließt den Kauf weiterhin mit dem jeweiligen Händler. Beim 1-Kreditor-Modell bestellt das Unternehmen dagegen bei einem zentralen Beschaffungspartner, der selbst bei der Bezugsquelle einkauft und eine eigene Rechnung stellt.
| Kriterium | CpD-Kreditor | Zentraler Kreditor |
|---|---|---|
| Vertragspartner | jeweiliger Händler | zentraler Beschaffungspartner |
| Rechnungsaussteller | jeweiliger Händler | zentraler Beschaffungspartner |
| Ziel | weniger dauerhafte Stammsätze | gebündelter Beschaffungs- und Belegweg |
| Einzelfalldaten | im Buchungsvorgang | Produkt und Bezugsquelle im Beschaffungsvorgang |
Kontrollfragen für Finance und Einkauf
Vor einer CpD-Lösung sollten beide Funktionen festlegen, welche Vorgänge zulässig sind, wer Geschäftspartnerdaten erfasst und prüft und wie Belege aufbewahrt werden. Ebenso wichtig ist die Auswertung: Häufig wiederkehrende Lieferanten dürfen nicht dauerhaft im Sammelkonto verborgen bleiben.
- Welche Betrags- und Risikogrenzen gelten?
- Wer prüft Identität, Rechnung und Bankverbindung?
- Welche Belege und Einzelfalldaten sind Pflicht?
- Wann wird aus Wiederholung ein eigener Kreditor?
- Wie werden Zugriffe, Änderungen und Ausnahmen dokumentiert?
Offizielle Grundlagen
- § 145 AO – Allgemeine Anforderungen an Buchführung und Aufzeichnungen
- § 146 AO – Ordnungsvorschriften für Buchführung und Aufzeichnungen
- Bundesfinanzministerium – zweite Änderung der GoBD vom 14. Juli 2025
Zuletzt geprüft am 14. September 2026. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung der verlinkten Quelle.
