Wirtschaftlichkeit

Prozesskosten einer Bestellung realistisch berechnen

Die Prozesskosten einer Bestellung ergeben sich aus Bearbeitungszeit mal internem Kostensatz zuzüglich System-, Prüf- und Ausnahmeaufwand. Eine belastbare Rechnung misst den eigenen Prozess statt pauschale Branchenwerte zu übernehmen.

Fachredaktion Einkauf, QR Solutions GmbHAktualisiert 14. September 2026nächste Prüfung März 2027

Formel

Eine einfache, prüfbare Kostenrechnung

Beginnen Sie mit den tatsächlichen Arbeitsschritten vom Bedarf bis zum abgeschlossenen Beleg. Für jeden Schritt werden durchschnittliche aktive Bearbeitungszeit, beteiligte Rolle und interner Kostensatz erfasst. Wartezeit zählt für die Durchlaufzeit, aber nicht automatisch als Personalkosten.

Zur Arbeitszeit kommen direkt zurechenbare System- oder Transaktionskosten. Ausnahmefälle werden separat betrachtet, weil sie den Durchschnitt stark verzerren können. Das Ergebnis ist kein universeller Preis, sondern eine Entscheidungshilfe für den eigenen Prozess.

Erhebung

Welche Schritte gemessen werden sollten

Die Messung endet nicht mit dem Versand der Bestellung. Gerade bei Einmalbedarf entstehen Kosten vorher in Suche und Lieferantenanlage und nachher in Rechnungsklärung oder Reklamation. Ein enger Ausschnitt würde Alternativen falsch vergleichen.

  • Bedarf klären und Produktdaten vervollständigen
  • Katalog, Vertrag und bestehende Lieferanten prüfen
  • Angebot einholen oder Preisgrundlage dokumentieren
  • Lieferant prüfen, anlegen und freigeben
  • Anforderung genehmigen und Bestellung auslösen
  • Wareneingang, Rechnung und Abweichungen bearbeiten
  • Stammdaten pflegen, sperren oder bereinigen
Beispiel

Rechnen ohne erfundene Branchenwerte

Angenommen, ein Unternehmen misst für eine Ausnahmebestellung 20 Minuten Bedarfsklärung, 35 Minuten Lieferantenprüfung und Anlage, 15 Minuten Freigabe- und Bestellarbeit sowie 20 Minuten Rechnungsbearbeitung. Diese Zeiten werden mit den jeweiligen internen Kostensätzen multipliziert. Kommt es bei einem Teil der Vorgänge zu Rückfragen, wird deren erwarteter Aufwand anteilig addiert.

Bewusst fehlen hier Eurobeträge. Ein belastbares Beispiel verwendet die Lohn-, Overhead- und Systemannahmen des eigenen Controllings. So bleibt sichtbar, welche Annahme das Ergebnis verändert.

Durchschnitt und Ausnahmequote trennen

Ein Katalogkauf und eine neue Shopquelle gehören nicht in denselben Durchschnitt. Bilden Sie Prozessklassen: Standardkatalog, bestehender Lieferant, neuer Lieferant und ungeklärter Ausnahmefall. Erst dann ist erkennbar, welcher Kanal wo wirtschaftlich ist.

Make or buy

Interne Abwicklung mit externem Service vergleichen

Eine Servicegebühr darf nicht nur gegen null gesetzt werden. Die Vergleichsbasis ist der interne Prozess, der ohne Dienstleister tatsächlich anfällt. Umgekehrt darf ein externer Weg nicht als vollständig kostenfrei im Unternehmen gelten: Bedarf, Freigabe, Wareneingang und Rechnungsprüfung bleiben meist intern.

Beim node-link Modell beträgt die Servicegebühr zehn Prozent des Artikelpreises; Grundgebühr, Lizenz und Mindestabnahme fallen nach der aktuellen Darstellung nicht an. Für den Vergleich werden diese transparenten externen Kosten den intern vermiedenen und verbleibenden Prozesskosten gegenübergestellt.

Kostenblöcke im Make-or-buy-Vergleich
KostenblockDirekte AusnahmebestellungZentraler Kreditor
Bedarf und Freigabeinternintern
neue Händleranlagemöglicherweise internfür einzelne Quelle typischerweise nicht
Beschaffung und Zahlunginternim Service
Servicegebührkeineanbieterabhängig
Wareneingang und Prüfunginternintern
Steuerung

Vier Kennzahlen für laufende Entscheidungen

Eine einmalige Prozessaufnahme veraltet. Ein kleines Set an Kennzahlen zeigt, ob Ausnahmen wachsen oder ein neuer Kanal wirkt. Dabei sollte Qualität neben Kosten stehen: Eine schnelle Bestellung mit vielen späteren Rechnungsfehlern ist nicht effizient.

  • aktive Bearbeitungszeit je Prozessklasse
  • Durchlaufzeit vom Bedarf bis zur PO
  • Rückfragen oder Abweichungen je Vorgang
  • Zahl neu angelegter, nur einmal genutzter Lieferanten
Quellen

Offizielle Grundlagen

Zuletzt geprüft am 14. September 2026. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung der verlinkten Quelle.

Nächster Schritt

Mit den eigenen Prozesswerten rechnen

Der Rechner verbindet Ihre Bearbeitungszeiten, Vollkostensätze und Lieferantenanlage mit der transparenten node-link Servicegebühr.

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